Gemeinsam mit unseren Freunden aus Bad Camberg und Waldems besuchten wir heute den Windpark in unserer Gemeinde. Entlang des „Energie-Erlebnis-Parcours“ wurden wir kompetent von Alexander Koffka, Mitglied der Geschäftsleitung des Betreibers ABO Wind, geführt.

Seit Ende 2014 betreibt die ABO Wind AG den Windpark in Kooperation mit der Gemeinde Weilrod und Hessen-Forst. Er besteht aus sieben Anlagen des Typs Nordex N117, die jeweils eine Gesamthöhe (Nabenhöhe plus Rotorradius) von 199,0 Metern aufweisen.
Die gesamte Anlage produziert jährlich ca. 50 Mio. kWh, was dem Verbrauch von etwa 16.000 Drei-Personen-Haushalten entspricht. Über das Umspannwerk Oberems wird der Strom dann ins System eingespeist.

In der Vergangenheit wurde das Thema Windpark in den umliegenden Ortschaften oft sehr kontrovers diskutiert. Einerseits handelt es sich dabei um eine Zukunftstechnologie, andererseits weisen Kritiker auf mögliche Schäden und Beeinträchtigungen für Natur und Mensch hin. Hierauf ist Herr Koffka auch in der Diskussion eingegangen.

Für die Errichtung der Anlagen seien dauerhaft 4,33 Hektar Wald gerodet worden, die auf Kosten des Unternehmens innerhalb des Gemeindegebiets wieder aufgeforstet worden seien.
Der Betreiber habe die Verlegung der Kabel auf den Forst- und Wiesenwegen äußerst naturverträglich gestaltet. Außerdem überprüften unabhängige Gutachter alle zwei Jahre den Standort, um Gefahren für die heimische Vogelwelt auszuschließen.

Im Windpark hat die ABO Wind AG darüber hinaus einen Energie-Lehrpfad mit Infotafeln und Aktionsstationen (Spiel und Quiz für Kinder) angelegt. Auf diesem ca. 5 Kilometer langen, chronologisch aufgebauten Parcours konnten wir das Modell eines Kohlenmeilers betrachten (die gängige Form der Energiegewinnung bis ins 19. Jahrhundert), an einer Windwurfstelle die unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels auch in unserem heimischen Wald sehen und sogar in eine Windkraftanlage reinschauen.
Laut Aussage des Betreibers zieht der Erlebnispfad viele Besucher an und auch ausländische Unternehmer und Politiker sind des Öfteren in Weilrod zu Gast. Die kanadische Umweltministerin Catherine Mary McKenna, die den Windpark vor einem Jahr besuchte, bezeichnete die Anlage als „Vorbild für ähnliche Projekte in ihrem Land“.

Unser Dank gilt Herrn Koffka, dass er sich für uns Zeit genommen hat und uns fachkundig und auch diskussionsfreudig durch den Windpark geführt hat.




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